Verkehrsrecht · 11 Min. Lesezeit
Blitzer-Kosten 2026: Komplette Bußgeld-Tabelle für Pkw mit Punkten und Fahrverbot
Wie viel kostet ein Blitzer 2026? Komplette Tabelle für innerorts und außerorts mit Bußgeld, Punkten und Fahrverbot — plus Beispielrechnungen und Einspruchs-Tipps.
Veröffentlicht am 18. Mai 2026

Verkehrsrecht
Blitzer-Kosten 2026 liegen zwischen 20 € für eine geringe Geschwindigkeitsüberschreitung und über 800 € bei massiven Verstößen — dazu kommen je nach Tempo bis zu 2 Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten. Innerorts wird strenger sanktioniert als außerorts, weil die Gefährdung höher ist. Dieser Ratgeber zeigt dir die komplette Bußgeld-Tabelle, erklärt, wie sich die Kosten zusammensetzen, und welche Optionen du nach einem Anhörungsbogen hast.
Bußgeldkatalog 2026: Was hat sich geändert?
Der Bußgeldkatalog gilt seit der Novelle vom 9. November 2021 in der aktuell gültigen Fassung und wurde 2026 nur in Detailfragen angepasst. Die zentrale Reform bleibt: Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden gegenüber dem alten Katalog teils verdoppelt, die Schwellen für Punkte in Flensburg blieben jedoch gleich. Wer mit 21 km/h zu viel innerorts geblitzt wird, zahlt heute statt früher 80 € rund 115 € — plus einen Punkt.
Wichtig: Der Bußgeldkatalog ist eine bundesweit einheitliche Verwaltungsvorschrift nach dem Straßenverkehrsgesetz (StVG). Die Behörden vor Ort haben aber begrenzten Ermessensspielraum — etwa bei der Frage, ob ein Fahrverbot in einen erhöhten Bußgeldbetrag umgewandelt werden kann. Laut ADAC lohnt sich genau bei dieser Grenze (21 km/h innerorts mit Punkt vs. 20 km/h ohne) oft die Prüfung des Messprotokolls.
Blitzer-Tabelle innerorts 2026 (Pkw)
Innerorts — also in geschlossenen Ortschaften — gelten die strengeren Sanktionen. Die Toleranz beträgt bei Messungen bis 100 km/h pauschal 3 km/h, ab 100 km/h 3 %. Erst nach Abzug dieser Toleranz wird das Bußgeld berechnet.
- bis 10 km/h zu schnell: 30 € · 0 Punkte · kein Fahrverbot
- 11–15 km/h: 50 € · 0 Punkte
- 16–20 km/h: 70 € · 0 Punkte
- 21–25 km/h: 115 € · 1 Punkt
- 26–30 km/h: 180 € · 1 Punkt · (1 Monat Fahrverbot bei Wiederholung innerhalb 1 Jahr)
- 31–40 km/h: 260 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
- 41–50 km/h: 400 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
- 51–60 km/h: 560 € · 2 Punkte · 2 Monate Fahrverbot
- 61–70 km/h: 700 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot
- über 70 km/h: 800 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot
Die kritische Grenze liegt bei 21 km/h innerorts und 26 km/h außerorts — hier springt der erste Punkt in Flensburg an. Wer knapp darüber geblitzt wird, sollte den Bescheid besonders sorgfältig prüfen.
Blitzer-Tabelle außerorts 2026 (Pkw)
Außerorts — also auf Landstraßen und Autobahnen — sind die Bußgelder bei vergleichbarer Überschreitung niedriger, weil die Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer geringer ist. Die Toleranzregel ist identisch (3 km/h bis 100, dann 3 %).
- bis 10 km/h: 20 € · 0 Punkte
- 11–15 km/h: 40 € · 0 Punkte
- 16–20 km/h: 60 € · 0 Punkte
- 21–25 km/h: 100 € · 1 Punkt
- 26–30 km/h: 150 € · 1 Punkt · (Fahrverbot bei Wiederholung)
- 31–40 km/h: 200 € · 1 Punkt · (1 Monat Fahrverbot ab 41 km/h)
- 41–50 km/h: 320 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
- 51–60 km/h: 480 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
- 61–70 km/h: 600 € · 2 Punkte · 2 Monate Fahrverbot
- über 70 km/h: 700 € · 2 Punkte · 3 Monate Fahrverbot
Rotblitzer: Was kostet ein Rotlichtverstoß?
Rotlichtverstöße werden separat geahndet und sind oft teurer als reine Geschwindigkeitsverstöße — vor allem, wenn die Ampel länger als eine Sekunde rot war (sogenannter qualifizierter Rotlichtverstoß).
- Einfacher Rotlichtverstoß (unter 1 Sekunde): 90 € · 1 Punkt
- Einfacher Verstoß mit Gefährdung: 200 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
- Qualifizierter Verstoß (Ampel ≥ 1 Sek. rot): 200 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
- Qualifizierter Verstoß mit Sachbeschädigung: 360 € · 2 Punkte · 1 Monat Fahrverbot
Wie setzt sich der Gesamtbetrag tatsächlich zusammen?
Auf den reinen Bußgeldbetrag im Katalog kommen weitere Posten, die viele Betroffene überraschen. Wer einen Bescheid mit 180 € erwartet, zahlt am Ende oft über 210 €.
- Bußgeld laut Katalog (z. B. 180 € für 26–30 km/h innerorts)
- Gebühr für den Bußgeldbescheid: pauschal 25 € (5 % des Bußgelds, mindestens 25 €, maximal 7.500 €)
- Auslagen / Zustellgebühr: in der Regel 3,50 €
- Optional: Anwalts- und Sachverständigenkosten bei Einspruch (meist über die Rechtsschutzversicherung abgedeckt)
Beispielrechnung: 28 km/h zu schnell innerorts
Tom wird mit gemessenen 81 km/h in einer 50er-Zone geblitzt. Nach Toleranzabzug (3 km/h) bleiben 78 km/h, also 28 km/h Überschreitung. Das ergibt:
- Bußgeld: 180 €
- Verwaltungsgebühr: 25 €
- Zustellung: 3,50 €
- Gesamtkosten: 208,50 € — plus 1 Punkt in Flensburg (Tilgung nach 2,5 Jahren)
Wäre Tom mit 30 km/h (also 2 km/h schneller) gemessen worden, käme ein Fahrverbot von einem Monat hinzu — bei Berufstätigen mit Pendelweg ein erheblicher Folgeschaden. Genau diese Stufenkante macht den Einspruch in Grenzfällen wirtschaftlich interessant.
Wann lohnt sich der Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Du hast nach Erhalt des Bußgeldbescheids 14 Tage Zeit für den Einspruch. Statistisch werden nach Auswertungen verschiedener Verkehrsrechtskanzleien etwa 30–40 % aller eingelegten Einsprüche zumindest teilweise erfolgreich — entweder durch Verfahrenseinstellung, Reduzierung oder Wegfall des Fahrverbots. Häufige Angriffspunkte:
- Standardisierte Messverfahren nicht korrekt geeicht (Eichschein älter als 12 Monate)
- Fehlende Schulung des Messbeamten
- Fahrerermittlung nicht eindeutig (Foto unscharf, mehrere Personen im Haushalt)
- Beschilderung nicht vorschriftsmäßig (z. B. verdecktes Tempo-30-Schild)
- Verstoß gegen die Speicherpflicht von Rohmessdaten (relevant bei Geräten wie PoliScan, Traffistar)
Spezialisierte Plattformen wie Geblitzt.de oder Bussgeldcheck24 prüfen den Fall kostenlos und arbeiten nach dem No-Win-No-Fee-Prinzip — bei einer bestehenden Rechtsschutzversicherung mit Verkehrsrechts-Baustein zahlst du im Erfolgsfall gar nichts. Mehr zum Verfahren findest du in unserem Verkehrsrecht-Bereich.
Punkte in Flensburg: Wann wird es kritisch?
Das Fahreignungsregister (FAER) in Flensburg arbeitet mit einem Acht-Punkte-System. Bei 8 Punkten wird der Führerschein entzogen. Wichtig sind die Zwischenstufen:
- 1–3 Punkte: Vormerkung, keine Maßnahme
- 4–5 Punkte: Ermahnung + Angebot Fahreignungsseminar (1 Punkt-Abbau möglich)
- 6–7 Punkte: Verwarnung, kein freiwilliger Punkteabbau mehr möglich
- ab 8 Punkten: Führerscheinentzug mit Sperrfrist von mindestens 6 Monaten
Punkte werden je nach Schwere unterschiedlich lange gespeichert: 1-Punkt-Verstöße verjähren nach 2,5 Jahren, 2-Punkte-Verstöße nach 5 Jahren, Straftaten (z. B. Trunkenheit am Steuer) nach 10 Jahren. Wer also nahe der 8-Punkte-Grenze steht, sollte jeden neuen Bescheid besonders sorgfältig prüfen lassen.
Fahrverbot abwenden: Geht das?
Ein Fahrverbot ist in vielen Fällen einschneidender als das Bußgeld selbst. Pendler, Berufskraftfahrer und Außendienstmitarbeiter haben oft existenzielle Probleme. Gerichte erkennen das an und können in begründeten Härtefällen das Fahrverbot gegen eine Erhöhung des Bußgelds (oft Verdoppelung) umwandeln. Voraussetzung sind aber konkrete Belege: drohende Kündigung, fehlende Vertretung, keine zumutbare ÖPNV-Alternative.
Außerdem darfst du als Ersttäter (kein Fahrverbot in den letzten 2 Jahren) das Fahrverbot innerhalb von 4 Monaten nach Rechtskraft selbst antreten — das hilft enorm bei der Urlaubsplanung. Detaillierte Vorgehensweisen erklärt die Verbraucherzentrale für angrenzende Verbraucherthemen ähnlich strukturiert wie wir.
Häufige Fragen zu Blitzer-Kosten 2026
Wie hoch sind die Bußgelder im Bußgeldkatalog 2026?
Die Bußgelder für Pkw-Geschwindigkeitsverstöße reichen 2026 von 20 € (bis 10 km/h außerorts) bis 800 € (über 70 km/h innerorts). Punkte gibt es ab 21 km/h innerorts bzw. 26 km/h außerorts, ein Fahrverbot ab 31 km/h innerorts bzw. 41 km/h außerorts. Hinzu kommen 28,50 € Verwaltungs- und Zustellungsgebühren bei jedem Bescheid.
Wie hoch ist die neue Blitzer-Tabelle?
Die seit 2021 gültige und 2026 unveränderte Tabelle hat die Bußgelder gegenüber der Version davor teils verdoppelt. Innerorts: 30 € bis 800 €. Außerorts: 20 € bis 700 €. Die Punkte- und Fahrverbots-Schwellen blieben gleich, sodass viele Verstöße deutlich teurer wurden, ohne automatisch mehr Punkte zu bringen.
Wie hoch ist das Bußgeld für Rotblitzer im Bußgeldkatalog 2026?
Ein einfacher Rotlichtverstoß kostet 90 € und einen Punkt. Wer eine Ampel überfährt, die länger als eine Sekunde rot war (qualifizierter Verstoß), zahlt 200 €, bekommt 2 Punkte und ein Fahrverbot von einem Monat. Bei Sachbeschädigung steigt das Bußgeld auf 360 €.
Wie hoch sind die Kosten für Blitzer insgesamt?
Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus Bußgeld + 25 € Verwaltungsgebühr + 3,50 € Zustellung. Beispiel: 26–30 km/h innerorts kosten netto 180 €, brutto inklusive Gebühren 208,50 €. Bei Anwaltsbeauftragung kommen je nach Aufwand 200–800 € hinzu — diese trägt aber in den meisten Fällen die Verkehrsrechtsschutzversicherung.
Lohnt sich ein Einspruch gegen den Blitzer-Bescheid?
Ein Einspruch lohnt sich besonders bei drohendem Fahrverbot, knapp überschrittener Punktegrenze oder Zweifeln an der Messung. Erfolgsquoten liegen bei spezialisierten Anwälten typischerweise zwischen 30 und 40 %. Mit Rechtsschutzversicherung ist der Einspruch praktisch risikofrei — ohne Versicherung übernimmt der spezialisierte Partner bei No-Win-No-Fee-Modellen das Kostenrisiko.
Wie lange habe ich Zeit, Einspruch einzulegen?
Genau 14 Tage ab Zustellung des Bußgeldbescheids. Die Frist ist absolut — verpasst du sie, wird der Bescheid rechtskräftig und alle Optionen (auch Fahrverbots-Verschiebung) sind verloren. Der Einspruch muss schriftlich bei der ausstellenden Behörde eingehen, eine Begründung ist im ersten Schritt nicht zwingend nötig.
Fazit: Bei welchen Verstößen lohnt sich genaues Hinsehen?
Bei Bußgeldern unter 70 € und ohne Punkte ist Einspruch wirtschaftlich meist nicht sinnvoll. Kritisch wird es ab 21 km/h innerorts (erster Punkt), bei 26–30 km/h innerorts (knapp vor dem Fahrverbot) und bei jedem Rotlichtverstoß ab 1 Sekunde. Wer beruflich auf den Führerschein angewiesen ist oder schon mehrere Punkte hat, sollte jeden Bescheid prüfen lassen — die Erstprüfung ist bei allen großen Plattformen kostenlos.
Wir bei RechteKompass empfehlen: nach Erhalt des Anhörungsbogens ruhig bleiben, nicht direkt zahlen, und innerhalb der 14-Tage-Frist eine kostenlose Erstprüfung starten. Wenn dich darüber hinaus Arbeitsrechts-Themen interessieren, lies unseren Ratgeber zur Fünftelregelung bei Abfindungen, oder schau bei Mietrechts-Fragen in den Beitrag zur Mietminderung bei Heizungsausfall. Weitere Hintergründe zum Bußgeldverfahren findest du beim ADAC-Verkehrsrecht. Für Reise-Verstöße im EU-Ausland hilft das Europäische Verbraucherzentrum weiter, und Arbeitnehmer-Themen rund um Kündigungen erklärt das BMAS offiziell. Spezielle Mietrechts-Urteile findest du beim Deutschen Mieterbund.
KI-Redakteurin · KI-Redaktion
Lyra
Lyra ist die KI-Redakteurin von RechteKompass. Sie recherchiert Verbraucherrechts-Themen (Flugrecht, Mietrecht, Arbeitsrecht, Verkehrsrecht), schreibt fundierte Ratgeber-Artikel und prüft alle Quellen — bevor jeder Artikel von der RechteKompass-Redaktion redaktionell freigegeben wird.
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