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ARBEITSRECHT

Abfindung, Kündigung,
Überstunden, Zeugnis.
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Abfindung

Abfindung verhandeln: oft das Doppelte der Faustformel

Bei betriebsbedingter Kündigung gibt es nach § 1a KSchG einen gesetzlichen Anspruch auf 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Diese Faustformel ist nur der Ausgangspunkt — in der Praxis verhandeln spezialisierte Anwälte regelmäßig 30 bis 100 Prozent mehr, vor allem bei formellen Fehlern in der Kündigung oder fehlerhafter Sozialauswahl.

Wichtig: Mit einer Kündigungsschutzklage erhöht sich der Druck auf den Arbeitgeber, einen vorteilhaften Aufhebungsvertrag anzubieten. Die Klage MUSS innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht eingereicht werden (§ 4 KSchG) — sonst gilt die Kündigung als rechtswirksam.

  • Faustformel: 0,5 × Bruttomonatsgehalt × Beschäftigungsjahre
  • Verhandelte Praxis: oft 30 bis 100 % über der Faustformel
  • 3-Wochen-Frist für Kündigungsschutzklage (§ 4 KSchG)
  • Aufhebungsvertrag oft mit höherer Abfindung als Faustformel

Kündigungsschutz

Kündigung anfechten: 3 Wochen entscheidend

Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen, eigenhändig vom Arbeitgeber oder einer bevollmächtigten Person unterschrieben sein und einen sachlichen Kündigungsgrund haben, sofern das Kündigungsschutzgesetz gilt (mehr als 10 Arbeitnehmer im Betrieb, mehr als 6 Monate Beschäftigung). Fehlt einer dieser Punkte, ist die Kündigung anfechtbar.

Die Kündigungsschutzklage muss binnen 3 Wochen ab Zugang beim zuständigen Arbeitsgericht eingereicht werden. Nach Ablauf gilt die Kündigung grundsätzlich als rechtswirksam — selbst wenn sie inhaltlich fehlerhaft war.

  • Kündigung muss schriftlich + unterschrieben sein
  • KSchG gilt bei > 10 Arbeitnehmern und > 6 Monaten Beschäftigung
  • Sozialauswahl prüfen: jüngere Mitarbeiter bevorzugt geschützt
  • Anfechtungsfrist 3 Wochen ist strikt nicht verlängerbar

Überstunden

Überstunden auszahlen: 3 Jahre rückwirkend möglich

Geleistete und vom Arbeitgeber angeordnete oder geduldete Überstunden sind nach § 612 BGB grundsätzlich zu vergüten — entweder als Geld oder als Freizeitausgleich, je nach Arbeitsvertrag. Die Verjährung beträgt 3 Jahre, gerechnet ab Ende des Jahres in dem die Überstunde geleistet wurde.

Wichtig ist die Beweisführung: Zeiterfassung, E-Mail-Logs, Anwesenheits-Daten. Seit dem EuGH-Urteil C-55/18 muss der Arbeitgeber Arbeitszeit objektiv erfassen — das stärkt deine Position erheblich.

Arbeitszeugnis

Wohlwollendes Arbeitszeugnis durchsetzen

Du hast nach § 109 GewO Anspruch auf ein qualifiziertes, wohlwollendes Arbeitszeugnis. "Wohlwollend" bedeutet: kein verdecktes Negativ-Codierungen, eine Mindest-Bewertung im "guten" Bereich (Note 2) ist gerichtsüblich, sofern keine konkreten Negativ-Belege vorliegen.

Häufige Streitpunkte: fehlende Schlussformel, Dank/Bedauern-Floskeln, Bewertung der Leistung und des Verhaltens. Eine professionelle Prüfung deckt versteckte Negativ-Codes auf und sichert eine faire Bewertung.

ABFINDUNGS-FAUSTFORMEL

Beispiel: 5.000 € Brutto-Monatsgehalt — wie viel pro Beschäftigungsjahr?

12.5005 Jahre
25.00010 Jahre
37.50015 Jahre
50.00020 Jahre
62.50025 Jahre

Faustformel: 0,5 × Bruttogehalt × Jahre. Spezialisierte Anwälte verhandeln in der Praxis oft +30 % bis +100 %.

PAA: Drei Kündigungsgründe

Was sind die 3 zulässigen Kündigungsgründe nach KSchG?

Das Kündigungsschutzgesetz kennt drei zulässige Kündigungsgründe: betriebsbedingt (Stellenabbau, Umstrukturierung), personenbedingt (lang anhaltende Krankheit, fehlende Qualifikation) und verhaltensbedingt (Pflichtverletzungen, meist mit vorheriger Abmahnung). Andere Gründe sind unzulässig — die Kündigung ist dann anfechtbar.

Bei betriebsbedingter Kündigung muss zusätzlich eine Sozialauswahl stattfinden: jüngere, kinderlose und kürzer beschäftigte Mitarbeiter werden bevorzugt entlassen. Wird die Sozialauswahl fehlerhaft durchgeführt, ist die Kündigung anfechtbar — auch wenn der Stellenabbau an sich rechtmäßig wäre.

  • Betriebsbedingt: Stellenabbau + korrekte Sozialauswahl Pflicht
  • Personenbedingt: meist Langzeit-Erkrankung oder fehlende Eignung
  • Verhaltensbedingt: Pflichtverletzung, in der Regel nach Abmahnung
  • Außerordentliche Kündigung: nur bei schweren Verfehlungen ohne Frist

PAA: Arbeitnehmer-Rechte

Welche Rechte habe ich als Arbeitnehmer im Konfliktfall?

Bei drohendem Kündigungsschutzklage-Verfahren stehen dir mehrere Schutz-Mechanismen zur Verfügung: das Recht auf Anhörung vor außerordentlicher Kündigung, der Schutz von Schwerbehinderten (Zustimmung des Integrationsamts erforderlich), der Schutz von Schwangeren und Eltern in Elternzeit, der Schutz von Betriebsratsmitgliedern (Zustimmung des Betriebsrats erforderlich).

Während des Kündigungsschutzklage-Verfahrens läuft das Arbeitsverhältnis grundsätzlich weiter, allerdings wird üblicherweise eine Freistellung vereinbart. Auch der Anspruch auf das volle Gehalt bleibt bestehen — selbst wenn der Arbeitgeber die Annahme der Arbeitsleistung verweigert (Annahmeverzug nach BGB § 615).

PAA: Aufhebungsvertrag vs. Kündigung

Aufhebungsvertrag oder Kündigung — was ist besser?

Ein gut verhandelter Aufhebungsvertrag bietet in der Regel die bessere finanzielle Position: höhere Abfindung als der gesetzliche Anspruch, klarere Schlussformulierung, schnellerer Wechsel zum neuen Arbeitgeber. Das größte Risiko: 12 Wochen Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, wenn der Aufhebungsvertrag formal als freiwillige Aufgabe gewertet wird.

Vermeidung der Sperrzeit ist möglich, wenn der Aufhebungsvertrag bestimmte Formulierungen enthält (drohende betriebsbedingte Kündigung, gesundheitliche Gründe) und die Abfindung im üblichen Rahmen bleibt. Hier liegt die Hauptkompetenz spezialisierter Arbeitsrechts-Anwälte: die Formulierung sperrzeit-sicher zu gestalten.

  • Aufhebungsvertrag: oft 1-2 Monatsgehälter höhere Abfindung
  • Kündigung + Klage: garantiert keine ALG-Sperre, aber langwieriger
  • Aufhebung mit korrekter Formulierung: Sperrzeit-Vermeidung möglich
  • Anwaltliche Prüfung VOR Unterschrift erspart oft 5.000-15.000 €

ABFINDUNGS-TABELLE

Wie viel Abfindung steht dir zu?

Die gesetzliche Faustformel beträgt 0,5 Brutto-Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr (KSchG § 1a). Spezialisierte Anwälte verhandeln in der Praxis 30 bis 100 Prozent über diesem Wert.

Bruttogehalt5 Jahre10 Jahre15 Jahre20 Jahre
3.000 €7.500 €15.000 €22.500 €30.000 €
4.000 €10.000 €20.000 €30.000 €40.000 €
5.000 €12.500 €25.000 €37.500 €50.000 €
7.000 €17.500 €35.000 €52.500 €70.000 €
10.000 €25.000 €50.000 €75.000 €100.000 €

Faustformel: 0,5 × Bruttomonatsgehalt × Beschäftigungsjahre. Bei verhandelten Aufhebungsverträgen sind 0,75 bis 1,0 × üblich. Abfindung ist einkommensteuerpflichtig (Fünftelregelung).

HÄUFIGE FRAGEN ZUM ARBEITSRECHT

Was du als Arbeitnehmer wissen solltest.

Wie viel Abfindung steht mir zu?
Die Faustformel beträgt 0,5 Brutto-Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Spezialisierte Anwälte verhandeln in der Praxis oft 30 bis 100 Prozent über dieser Formel, besonders bei formellen Fehlern in der Kündigung oder fehlerhafter Sozialauswahl. Auch bei Aufhebungsverträgen ist oft mehr drin als beim ersten Angebot.
Wie lange habe ich Zeit für eine Kündigungsschutzklage?
Die Klagefrist beträgt 3 Wochen ab Zugang der Kündigung (§ 4 KSchG). Diese Frist ist strikt — wird sie versäumt, gilt die Kündigung grundsätzlich als rechtswirksam, auch wenn sie inhaltlich fehlerhaft war. Daher: schnell handeln, sofort Anwalt einschalten.
Lohnt sich ein Aufhebungsvertrag?
Oft ja — aber nicht immer. Vorteile: höhere Abfindung als bei Kündigung, schneller Wechsel, keine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld bei korrekter Formulierung. Risiken: 12 Wochen ALG-Sperre bei unklaren Formulierungen, keine Klage-Möglichkeit nach Unterschrift. Lass den Vertrag immer vorher anwaltlich prüfen.
Kann ich Überstunden rückwirkend einfordern?
Ja, 3 Jahre rückwirkend nach § 195 BGB. Voraussetzung: die Überstunden wurden vom Arbeitgeber angeordnet, geduldet oder waren betrieblich notwendig — und sind nicht bereits durch Freizeit oder Gehalt abgegolten. Beweise sichern: Zeiterfassung, E-Mails, Anwesenheits-Logs.
Was tun bei falschem Arbeitszeugnis?
Verlange schriftlich eine Korrektur mit konkreter Begründung. Gewährt der Arbeitgeber keine Anpassung, kannst du auf Berichtigung klagen. Anwalts-Plattformen prüfen versteckte Negativ-Codes (z. B. "stets bemüht" = mangelhafte Leistung) und setzen eine faire Bewertung durch.
Wie hoch ist die Provision der Plattform?
Chevalier arbeitet mit 25 bis 30 Prozent der ausgehandelten Abfindung. Da die Plattform durchschnittlich 30 Prozent mehr verhandelt als die Faustformel vorschreibt, verdienst du nach Provision oft trotzdem mehr als ohne Anwalt.
Was passiert bei einer Krankschreibung während der Kündigung?
Eine Krankschreibung schützt grundsätzlich nicht vor Kündigung. Aber: bei häufigen Erkrankungen mit unklarer Prognose kann eine personenbedingte Kündigung erfolgen. Eine Anfechtung lohnt sich oft, wenn der Arbeitgeber die Krankheitszeiten nicht ausreichend dokumentiert hat.

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